In der Region Epirus, nahe dem Dorf Agios Georgios, liegt ein beeindruckendes Überbleibsel aus der Antike: das römische Aquädukt von Nikopolis / Ρωμαϊκό Υδραγωγείο Νικόπολης.
Es befindet sich direkt an der Straße „Filippiada“ und ist ohne langen Fußmarsch gut zu erreichen.
Fluss Louros
Am Aquädukt gibt es eine kleine Möglichkeit zum Parken – wir waren recht früh dort und hatten die ganze Gegend für uns allein.
Das Wasser des Louros-Flusses ist eiskalt, aber maximal knietief, sodass man sogar durch das Aquädukt hindurchgehen kann. Ein echtes Erlebnis!
Wegen der Steine im Wasser sind aber entsprechende Wasserschuhe angebracht.
Das Aquädukt in voller Schönheit
Die Stadt Nikopolis / Νικόπολη („Siegesstadt“ Νίκη = Sieg, Πόλη = Stadt) wurde im Jahr 31 v. Chr. von keinem Geringeren als Kaiser Augustus gegründet – und zwar nicht aus Langeweile, sondern als Denkmal für seinen Sieg über Marcus Antonius und Kleopatra in der berühmten Seeschlacht von Actium.
Da so eine römische Metropole natürlich nicht ohne Wasser auskommt, musste eine Lösung her – und zwar eine ziemlich geniale.
Das Aquädukt – Daten & Fakten:
Bauzeit: vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr.
Länge: ca. 50 Kilometer
Wasserquelle: bei Agios Georgios Louros, im Louros-Gebirge
Ziel: die Stadt Nikopolis, nahe dem heutigen Preveza
Höhenunterschied: nur wenige Meter – das Aquädukt nutzt ein sanftes Gefälle
Technik: Kombination aus
➔ unterirdischen Kanälen
➔ offenen Wasserläufen
➔ eindrucksvollen Bogenkonstruktionen aus Stein
Material: hauptsächlich Naturstein und Ziegelmauerwerk
Die römischen Ingenieure haben hier ganze Arbeit geleistet.
Ohne technische Hilfsmittel – ohne die heutzutage kein Bauwerk mehr entsteht –, ohne moderne Messmethoden und ganz ohne Pumpen schufen sie eine funktionierende Wasserversorgung für eine Großstadt.
Das Wasser floss allein durch Schwerkraft. Und das über 50 Kilometer hinweg!
Das Aquädukt versorgte die Stadt Nikopolis mit Trinkwasser aus den Quellen des Flusses Louros bei Agios Georgios, einem Dorf sieben Kilometer nördlich von Filippiada. Die Leitung erstreckte sich über eine Länge von etwa 50 Kilometern und führte das Wasser bis zum Nymphäum von Nikopolis – manche Quellen sprechen sogar von über 70 km Gesamtlänge der Wasserleitung. Am Ziel speiste sie zwei Wasserspeicher (Reservoirs) im Bereich des Nymphaions bei Nikopolis – gemeint sind die beiden großen öffentlichen Nymphäen am Westtor der Stadt.
Quellen: Wikivoyage, In Epirus
Römisches Aquädukt Nikopolis 2025:
St.Georges Höhle
Auch wenn Nikopolis heute größtenteils eine Ruinenstadt ist, ist das Aquädukt an vielen Stellen sehr gut erhalten.
Einige Abschnitte wurden restauriert, vieles ist aber noch original.
Selbst ohne archäologische Fachkenntnisse sieht man sofort: Das war kein kleines Bauprojekt – hier wurde richtig groß gedacht.
Weit oberhalb des Aquädukts befindet sich die St.-George-Höhle, zu erkennen am großen weißen Kreuz, welches man von unten gut erkennen kann.
Den Aufstieg haben wir uns an diesem heißen Tag gespart – beim nächsten Mal vielleicht.
Denn eines ist sicher: Wir kommen wieder – hier gibt es noch einiges zu entdecken!