Sie sind hier: Inseln Übersicht ➤ Lesvos ➤ Mithymna - Molyvos

Mithymna - Molyvos / Μήθυμνα - Μόλυβος

Blick auf den terrassenartigen Ort Molyvos am Hang
Mithymna / Molyvos

Mithymna liegt im Norden der Insel, ist der Verwaltungssitz des gleichnamigen Gemeindebezirks, ca. 5 km von Petra entfernt und hat rund 1680 Einwohner. Obwohl Mithymna der offizielle Name der Stadt ist und dieser auf den Straßenschildern auch so ausgeschildert ist, wird im alltäglichen Sprachgebrauch fast ausschließlich der aus dem Mittelalter stammende Name Molyvos / Μόλυβος verwendet.

Die architektonisch einzigartige Stadt ist terrassenartig an einem steilen Berg gebaut und im Inneren nahezu autofrei – genau das macht den ganz besonderen Reiz aus. Über urige Steintreppen gelangt man in schmale, wunderschön überrankte Gassen. Hier herrscht selbst bei sommerlicher Hitze ein angenehm schattiges Klima, und es macht einfach Spaß, in den zahlreichen Lädchen ausgiebig zu shoppen.

Ueberrankte Gasse in Molyvos in der Abenddaemmerung
Stimmungsvoll am Abend

Nette Souvenirläden, Boutiquen und kleine Geschäfte mit inseltypischen Produkten laden zum gemütlichen Bummeln ein. Am Abend sitzt man am besten in einer der vielen Tavernen direkt am Hang und genießt den weiten Blick auf die Bucht sowie auf den kleinen, natürlichen Fischerhafen.

Die Steinkirche Agia Marina in Mithymna
Kirche Agia Marina

Mithymna ist neben Petra der Haupt-Touristenort der Region, trotzdem hat sich der denkmalgeschützte Ort mit seinen urigen Steinhäusern seine völlige Ursprünglichkeit bewahrt. Am schmalen Steinstrand unterhalb der Stadt befinden sich verstreut einige Hotels und Pensionen – hier kann man wunderbar baden und verschiedenen Wassersportarten nachgehen.

Impressionen Mithymna:

Traditionelles Holzfenster an einem Steinhaus
Schmale kopfsteingepflasterte Einkorfgasse 1
Blaue Holzstuehle vor einem Kafenio 2
Ueberdachtes Blaetterdach in den Gassen 3
Sitzplaetze einer Taverne in der Steingasse 5
Ausblick ueber die gesamte Kuestenbucht
Der Kiesstrand unterhalb von Molyvos
Der malerische Fischerhafen von Molyvos
Tavernenterrasse mit Blick aufs weite Meer
Die Kopfsteinstrasse Odos Kastrou hinauf zur Festung
Odos Kastrou zur Burg

Oben, thronend über der gesamten Stadt, befindet sich die imposante Burg von Mithymna; sie ist ein magischer Anziehungspunkt für jeden Besucher. Gegen Eintritt kann man das geschichtsträchtige Innere besichtigen und an übersichtlichen Schautafeln einiges über die bewegte Vergangenheit der Festung erfahren.

Der weite Blick auf die roten Ziegeldächer der Stadt und die tiefblaue Bucht ist einfach wunderschön. Im Inneren der Burg befindet sich zudem eine moderne Freilichtbühne mit ansteigenden Zuschauerplätzen – hier finden im Sommer vereinzelt hochkarätige Theateraufführungen und Konzerte statt.

Die Burg von Mithymna:

Die maechtigen Festungsmauern der Burg Molyvos 1
Das gemauerte Eingangstor zur Festungsanlage 2
Der Innenhof und Gemaeuer der Festung 3
Blick entlang der Wehrmauern aus Kalkstein 4
Panoramblick von den Burgmauern auf das Meer

Die Geschichte der Festung von Molyvos (Mytilini)

Im Jahr 1128 wurde die byzantinische Festung von den Venezianern erobert. Von 1204 bis 1287 befand sie sich unter der mächtigen Herrschaft der Nachkommen von Balduin II. von Flandern. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts fiel sie dann schließlich in die Hände der Katalanen.

Im Jahr 1373 übernahm der genuesische Herrscher Francesco I. Gattilusio, der durch seine Heirat mit einer Nichte des byzantinischen Kaisers Johannes V. Palaiologos in das Kaiserhaus eingetreten war, die Herrschaft über die Insel und ließ die Burg wieder aufbauen. Die strategisch bedeutende Lage der Festung und der Schutz, den sie dem Hafenort Molyvos bot – von wo aus der rege Handel mit Oliven und Öl betrieben wurde –, waren die Hauptgründe, weshalb die Gattilusio-Familie auf die gute Erhaltung und kontinuierliche Verstärkung der Anlage großen Wert legte.

Während des 15. Jahrhunderts kam es zu häufigen türkischen Angriffen, weshalb die Gattilusio die Befestigungen weiter ausbauten und den äußeren Mauerring massiv verstärkten, um den Handel und die Sicherheit der Einwohner zu schützen. Die Festung wurde von den Osmanen im Jahr 1462 nach der Einnahme von Lesbos erobert, jedoch glücklicherweise nicht zerstört. Sie blieb permanent in Benutzung und wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals instand gesetzt und erweitert.

Es handelt sich heute um die zweitgrößte Burg auf Lesbos und eine der am besten erhaltenen in der gesamten Ägäis. Ihre nördliche und östliche Seite ist direkt auf Felsen gegründet, während die südliche und westliche Seite auf weniger festem Untergrund ruht. Das Hauptbaumaterial der Mauern und Gebäude ist grauer und rötlicher Kalkstein.

Der obere Teil der Festung ist auf einem künstlich erhöhten Plateau erbaut, das von einer hohen Mauer umgeben ist. Der Eingang befindet sich an der Südseite; er wird durch einen gewölbten Durchgang und einen inneren, überdachten Korridor geschützt. Ein dritter Eingang, der noch aus byzantinischer Zeit stammt, liegt tiefer im Inneren der Anlage.

Aus der osmanischen Zeit sind verschiedene Gebäude erhalten, die damals als Lager und Pulvermagazine dienten und heute als Ausstellungsräume genutzt werden. Zwei Ruinen von Soldatenunterkünften sind im nördlichen Teil der Burg zu erkennen. An mehreren Stellen der Mauern kann man historische Inschriften und Wappenplatten sehen, die an die byzantinische und genuesische Zeit erinnern. Die Funktion der Festung war ausschließlich militärisch, doch die Wohngebäude konzentrierten sich auf den östlichen und westlichen Teil der Anlage sowie direkt an die Mauern angrenzend. Der Besucher kann dort auch den mittelalterlichen Akropyrgos (Zitadelle) erkennen, der bereits seit byzantinischer Zeit existierte.

Quelle: Flyer Castle Of Mithymna, Übersetzung: DeepL.
Aktualisiert am:
Besuche:
  • Juni 2013
Geo-Daten: Entfernungen:
  • Mytilini / Μυτιλήνη: ca. 59 km
  • Kalloni / Καλλονή: ca. 20 km
  • Petra / Πέτρα: ca. 5 km
  • Flughafen Mytilini / Αεροδρόμιο Κέρκυρας: ca. 68 km

(Quelle: Google Maps)