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Tierwelt - Άγρια ζωή

Skizze der griechischen Tierwelt

In Griechenland gibt es eine Vielzahl an Tierarten, Katzen und Hunde sind überall präsent. Aber auch Schildkröten, Echsen und Igel / Seeigel sind häufig anzutreffen.

Leider ist dieses Thema weniger schön, zeigt es doch allzu oft die Schattenseiten der schönen Urlaubsbilder. Aber es tut sich auch was in Sachen Tierschutz.

Griechische Tierwelt Vielfalt
Griechische Tierwelt: (v.l.) Krebs, Landschildkröte, Seeigel, Heuschrecke und Echse
Ausgewachsene Straßenkatzen Junge Kätzchen im Schatten Straßenhund schlafend Muschelkrebs im flachen Wasser

Griechenland is reich an Tierarten. Einige sind uns bekannt, andere sind exotisch und bei uns in Deutschland in der Regel nicht in freier Wildbahn anzutreffen. Man muss sich daran gewöhnen, dass zum Beispiel die Insekten in südlichen Ländern wesentlich größer sind als in unseren Breitengraden. Bienen, Hummeln, Libellen und Heuschrecken wirken mitunter schon ein wenig beängstigend.

Allgegenwärtig sind streunende Hunde und Katzen, die über die Straßen laufen oder einfach nur schlafend im Schatten liegen. Seien Sie vorsichtig: Während Katzen meistens verschmust sind, schnappen Hunde auch schon mal zu. Also besser nicht anfassen. Leider sieht man auf den Straßen viele überfahrene Tiere, sie werden nur selten weggeräumt.

Echsen sieht man bestenfalls von Weitem, sie ergreifen sofort die Flucht. Schlangen sind normalerweise auch ungefährlich, aber Obacht, wenn man durch hohe Gräser läuft.

Wer eine Landschildkröte auf der Straßen findet, sollte sie nehmen und an den Rand oder in ein Gebüsch setzen. Das rettet dem Tier wahrscheinlich nicht nur das Leben, sondern es soll auch Glück bringen. Und das kann jeder gebrauchen... Bitte daran denken, dass Schildkröten beim Anheben aus Angst Urin ablassen, also das Tier etwas vom Körper weghalten.

Im Meer sind viele Tierarten zu Hause, was auch für die gute Wasserqualität spricht. Krebse, Einsiedlerkrebse und Fische flüchten. Trotzdem ist Vorsicht angesagt, gerade wenn Seegras die Sicht versperrt.

An Felsen und Steinen im Wasser sind oft Seeigel zu finden. Die Stacheln sind mörderisch und tun höllisch weh. Wenn Sie barfuß auf einen Seeigel treten, gehen Sie am besten zu einem Arzt – die Stacheln lassen sich nicht so ohne Weiteres rausziehen.

Ausgesetzte Hunde

Diese Geschichte steht stellvertretend für ganz Griechenland und andere Länder, in denen Tierleben nicht viel zählen. Ereignet hat sich dieser Vorfall im Juni 2013 auf Lesbos in Skala Kallonis.

Am abgelegensten Teil des Strandes, versteckt in einem Gebüsch, ist ein Karton „weggeworfen“ worden. Der Inhalt: Vier Hundebabys! Weder zu fressen noch Wasser waren dabei; die vier Welpen haben versucht, ihren Durst mit salzigem Meerwasser zu löschen.

Wir wurden nur durch die verzweifelten, winselnden Laute der Hunde auf sie aufmerksam. Zum Glück sind einige andere Menschen auch darauf aufmerksam geworden und haben die Tiere mit Futter und Wasser versorgt. Versuche, die Tierfreunde Lesbos zu erreichen, scheiterten daran, dass sich am Telefon niemand meldete.

Wir haben zwei Tage lang immer wieder nach den Hunden geschaut, nette Menschen hatten Wasser und Fressen dazugestellt. Am dritten Tag waren die Hunde nicht mehr da...

Es ist sehr schade, dass sich die Hunde und Katzen ungehindert vermehren können und dann einfach ausgesetzt werden. Leider fehlt vielen Einheimischen das Verständnis – und auch das Geld –, die Tiere kastrieren zu lassen, um die Population in Grenzen zu halten. Es wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nicht ändern.

Das ist keine „Anklage“ an die Griechen, sondern einfach mal eine Sache, die gesagt werden muss. Auch in den Urlaubsländern ist nicht alles schön, es gibt auch negative Seiten – und das ist eine davon.

Hundewelpen in Skala Kallonis:

Welpen im Karton
Ausgesetzte Hundewelpen am Strand
Ausgesetzte Hundewelpen am Strand
Unechte Karettschildkröte im Wasser

Die unechte Karettschildkröte (Caretta Caretta) - Καρέττα - Καρέττα θαλάσσια χελώνα

Lange bevor der Mensch die Erde eroberte, schwammen die Schildkröten im Meer. Sie überlebten Naturkatastrophen and Klimawandel, bis der größte Feind – der Mensch – dafür sorgte, dass diese wunderbaren Geschöpfe vom Aussterben bedroht sind. Helfen Sie mit, dass es nicht so weit kommt...

Die Strände von Zakynthos zwischen Laganas und Gerakas sind die wichtigsten Eiablagegebiete der unechten Karettschildkröten (Caretta Caretta).

Die Muttertiere kommen zwischen Juni und August nachts an die Strände und legen ihre Nester an. Die Nester sind etwa 0,5 bis 1,0 Meter tief und die Schildkröte legt etwa 100 Eier dort ab. Mit ihren Leibern glätten sie anschließend den Sand, danach ist das Nest nicht mehr zu erkennen.

Ab Ende Juli beginnen die Jungtiere zu schlüpfen und wühlen sich mühsam aus dem Sand. Nun beginnt die gefährliche Strecke zum Meer, dabei orientieren sie sich am Mond und den Sternen; das Wasser erscheint dabei heller als das Land. Vögel, Hunde und Katzen lauern auf die verletzlichen Jungen, nur etwa die Hälfte der Tiere schafft es ins Meer. Auch im Wasser müssen noch einige ihr junges Leben lassen 😢.

Ein geschütztes Caretta Nest am Strand
Ein geschütztes Nest

Die weiblichen Schildkröten, die es geschafft haben, kehren nach ca. 20 Jahren an die gleiche Stelle ihres Geburtsortes zurück und legen dort wiederum ihre Eier ab.

Sollten Sie solch ein Ereignis miterleben, helfen Sie den kleinen Schildkröten auf keinen Fall aus Mitleid ins Wasser. Sie verlieren die Orientierung und das bedeutet ihren sicheren Tod. Dank des Einsatzes von Umweltschützern hat sich der Bestand der Tiere auf ca. 500 erhöht bzw. stabilisiert.

Nesting Beach auf Zakynthos
„Nesting Beach“

Die Caretta Caretta muss alle 20 Minuten zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen, deshalb sind Motorboote in den Gewässern verboten.

Viele Griechen sahen durch die Verbote von Motorbooten, Wasser- und Jetski in den Schildkrötenregionen ihre Existenz bedroht. Dabei kam es auch zu massiven Anfeindungen gegenüber den Naturschützern. Erst auf Druck von der EU (sie drohte, die Fördergelder einzustellen) und den Umweltschutzverbänden wurde schließlich ein Kompromiss zwischen den vom Tourismus abhängigen Griechen und den Belangen des Umweltschutzes gefunden.

So sind Motorboote, die schneller als 6 Knoten fahren, verboten. Die Schildkröteninsel darf nur von max. 25 Personen betreten werden. Um eine im Wasser schwimmende Schildkröte dürfen nur 2 Boote kreisen, am Laganas Bay sind rund 3 km Strand gesperrt.

Auf ganz Zakynthos findet man die Caretta als Souvenir, sie wird in allen erdenklichen Arten vermarktet. Die Erkenntnis, dass mit der Ausrottung der Schildkröten auch die Touristen wegbleiben und sich keine Produkte mehr verkaufen lassen, setzt sich glücklicherweise immer mehr durch.

ARCHELON Schutzverband Logo
ARCHELON

Folgende Verhaltensweisen sollten Sie sich als Tourist zu Herzen nehmen, um das Überleben dieser einzigartigen Lebewesen zu sichern:

  • Keine Benutzung von Kraftfahrzeugen an den geschützten Stränden.
  • Sandburgen sind unüberwindliche Hindernisse für die geschlüpften Schildkröten. Ebnen Sie sie vor dem Verlassen des Strandes wieder ein.
  • Hinterlassen Sie keinen Müll, weder am Strand noch im Meer.
  • Bohren Sie keine Sonnenschirme in den Sand.
  • Benutzen Sie abends und nachts keine hellen (Taschen-)Lampen oder Blitzlicht.

Die Badestrände von Laganas und Gerakas sind Naturschutzgebiete, der Schiffsverkehr ist durch ministeriellen Beschluss geregelt.

Und so sieht es aus, wenn eine wunderschöne Meeresschildkröte von einer Schiffsschraube erwischt wird. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, welche Qualen dieses Tier gelitten hat, bis es endlich zu Ende war. Auch eine überfahrene Landschildkröte ist kein schöner Anblick...😭

Durch Schiffsschraube verletzte Schildkröte
Tote Landschildkröte

Achtung: Sensibler Inhalt. Um die Bilder zu sehen: Anklicken / Berühren

Esel als Touristen-Attraktion

Esel auf Santorin Esel in Lindos auf Rhodos

Eine weitere Unsitte ist die touristische Vermarktung und Ausbeutung der Esel / Maultiere. So müssen – z. B. auf Santorin und Rhodos – die Esel mit übergewichtigen Touristen auf steilen Treppen auf- und ablaufen, das Ganze stundenlang und in der prallen Sonne. Bei allem Verständnis, dass der „Betreiber“ Geld verdienen muss, aber das geht zu Lasten der Tiere.

Inzwischen wurde es verboten, Menschen mit über 100 Kg Gewicht reiten zu lassen. Ein Anfang, mehr nicht.

Tragen Sie zur Erhaltung der facettenreichen Tierwelt bei und lassen Sie nirgends Müll liegen, auch wenn die Einheimischen und andere Touristen manchmal nicht mit gutem Beispiel vorangehen. Verzichten Sie darauf, auf den Eseln zu reiten. Helfen Sie Tieren in Not – es hilft dem Tier und Ihnen gibt es ein gutes Gefühl!

Schildkröte in der Euripos Meeresenge (Chalkida)
Eine verirrte Schildkröte (Skala Kalloni)
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